Mitgliederverwaltung im Fitnessstudio: Software im Vergleich

Jede Fitnessstudio Software wirbt mit einer Mitgliederverwaltung. In den Vergleichstabellen im Netz steht dahinter ein Haken, und damit endet die Auskunft. Für die Auswahl hilft das wenig, denn hinter dem Haken stecken Systeme, die im Alltag völlig verschieden arbeiten: Das eine führt Verträge mit Laufzeit, Ruhezeit und Mahnstufe, das andere verwaltet Kursplätze und Guthabenkarten. Wir haben uns für jede Software auf diesem Portal angesehen, was die Mitgliederverwaltung fürs Fitnessstudio konkret leistet, und tragen hier zusammen, woran sich die Systeme wirklich unterscheiden.

Unsere Empfehlung für die Mitgliederverwaltung

medo.check Logo

Unsere Empfehlung: medo.core

Bei medo.core von medo.check gehört die Mitgliederverwaltung zu jeder Lizenz. Wer den Funktionsumfang später erweitert, baut also auf einer vollständigen Mitgliederakte auf.

Für Betriebe mit Betreuungsanspruch ist der Zuschnitt interessant, weil Trainingssteuerung und Diagnostik als eigene Module direkt an der Mitgliederakte hängen. Zu Ruhezeitlogik, Verlängerungsregeln und Kündigungsschaltfläche macht der Hersteller allerdings keine öffentlichen Angaben (Stand September 2026). Fragt die drei Punkte im Gespräch ab. Und wer über einen Wechsel nachdenkt, findet dort seit Juli 2026 ein eigenes Werkzeug für die Datenübernahme. Was das System sonst kann, steht weiter unten im Anbieterteil.

Vier Systemtypen tragen dieselbe Überschrift

Wenn ihr die Anbieterlandschaft durchgeht, fällt schnell auf, dass „Mitgliederverwaltung“ bei den einzelnen Herstellern etwas anderes meint. Die Gattungen dahinter sind für ganz verschiedene Betriebe gebaut, und welche davon zu euch passt, entscheidet sich vor jedem Funktionsvergleich.

Die vertragsgeführte Mitgliederakte

Der Vertrag ist hier das zentrale Objekt. Der einzelne Termin spielt eine Nebenrolle. Das System kennt Laufzeit und Verlängerung, es kennt Ruhezeiten und was sie mit dem Vertragsende machen, es kennt Mahnstufen und was passiert, wenn eine Lastschrift zurückkommt. Klassische Studios mit 12- und 24-Monats-Verträgen brauchen genau das.

Das Kurs- und Teilnehmerkonto

Im Mittelpunkt steht die Buchung. Das Konto eines Teilnehmers besteht aus dem, was er gebucht hat und was auf seiner Guthabenkarte noch übrig ist. Wartelisten rücken automatisch nach, An- und Abmeldefristen lassen sich pro Kurs festlegen, und bezahlt wird meist direkt bei der Buchung. Yoga-, Pilates- und Kampfsportbetriebe fahren damit sehr gut, ebenso Studios, die überwiegend über Kurse und Zehnerkarten arbeiten. Innerhalb dieser Gattung gibt es Spezialisierungen: AppyBee denkt sie vom automatisierten Zutritt her, Eversports bringt eine eigene Endkundenplattform mit.

Die Coaching-Plattform

Hier dreht sich das Mitgliedsprofil um Betreuung: Trainingsprogramm, Ernährungsplan, Fortschritt, Nachrichten zwischen Trainer und Kunde, Anbindung an Wearables. Die Verwaltung ist auf die Beziehung zum einzelnen Kunden ausgelegt und weniger auf den Studiobetrieb. Auf diesem Portal vertritt Trainerize diese Gattung allein.

Der Baukasten

Zoho fällt aus der Reihe. Was dort als Software für die Fitnessstudioverwaltung angeboten wird, ist eine App-Vorlage auf der Low-Code-Plattform Zoho Creator. Ihr baut darauf auf. Weil es eine Vorlage ist, entsteht der Funktionsumfang erst durch das, was ihr daraus macht.

Wenn ihr mobil unterwegs seid: Am besten das Handy drehen für eine optimale Tabellen-Darstellung.

AnbieterSystemtypZielgruppe laut Hersteller
agileavertragsgeführte MitgliederakteStudios, die ein schlankes Grundpaket wollen und Funktionen einzeln zubuchen
aidoovertragsgeführte MitgliederakteStudios, die die Mitgliederverwaltung ganz abgeben wollen
AppyBeeKurs- und Teilnehmerkontopersonalarme Konzepte mit automatisiertem Zutritt und langen Öffnungszeiten
CenterComvertragsgeführte MitgliederakteClubs mit hohem Automatisierungsgrad, ausdrücklich auch mehrere Standorte
CITOvertragsgeführte MitgliederakteEinzelstudios sowie kleine und mittlere Anlagen; als einziges System lokal installiert
EasyWeekKurs- und TeilnehmerkontoBetriebe, die ein branchenübergreifendes Buchungssystem einsetzen
Eversports ManagerKurs- und Teilnehmerkonto, mit EndkundenplattformYoga, Pilates, Boutique-Fitness, Kampfsport, Tanz und Sportanlagen
KursifantKurs- und Teilnehmerkontokleine Kursanbieter, genannt werden Yoga, Gesundheitskurse und Hundeschulen
Magiclinevertragsgeführte Mitgliederaktegrößere Studios und Betriebe mit mehreren Standorten
medo.corevertragsgeführte MitgliederakteStudios jeder Größe, laut Anbieter vom personallosen Betrieb bis zur Gesundheitseinrichtung
Mindbodyvertragsgeführte Mitgliederakte, mit Endkundenplattforminternational; Fitness, Beauty und Wellness
OptiOfficevertragsgeführte MitgliederakteFitnessstudios, Personal Trainer und Therapeuten gleichermaßen
PerfectGymvertragsgeführte MitgliederakteStandortnetze und wachsende Unternehmen, auch über Ländergrenzen
Proleosvertragsgeführte MitgliederakteEinrichtungen, die Studiobetrieb mit Physiotherapie oder Rehasport verbinden
SportmeoKurs- und TeilnehmerkontoVereine, Tanzschulen, Yoga- und Fitnessstudios, kursorientierte Betriebe
sysTeamvertragsgeführte MitgliederakteEinzelclubs und Ketten, auf Wunsch mit ausgelagerter Verwaltung
TrainerizeCoaching-PlattformCoaches, Personal Trainer und betreuungsstarke Konzepte
Virtuagymvertragsgeführte MitgliederakteBetriebe, die vorhandene Zutritts- und Kassenhardware anbinden wollen
ZohoBaukastenBetriebe mit eigenen Abläufen und technischem Know-how im Haus
Systemtyp: unsere Einordnung. Zielgruppe: nach Angaben der Hersteller, soweit ausgewiesen. Stand September 2026.

Die Zuordnung ist keine Wertung. Ein Kursbuchungssystem in einem Kursbetrieb ist die richtige Wahl, und ein schweres Vertragssystem wäre dort eine Last.

Der häufigste Fall in Deutschland steht allerdings zwischen den Stühlen: das klassische Studio mit Laufzeitverträgen und Kursprogramm. Für diese Betriebe liegt die eigentliche Prüfaufgabe am Rand des Systemtyps. Wie werden Kurse in den Vertrag eingebunden, als Kontingent, als Zusatzleistung oder frei? Was passiert bei einem gebuchten Kurs, wenn der Vertrag ruht oder das Mitglied wegen einer Rücklastschrift gesperrt ist? Und läuft die Kursbuchung in derselben App wie der Vertrag? Vertragsgeführte Systeme beantworten das unterschiedlich gut, und in einer Demo lässt es sich in fünf Minuten durchspielen.

Mitglied am Tresen eines Fitnessstudios, im Hintergrund Bildschirm und Kartenterminal
Der Tresen ist die Stelle, an der sich zeigt, wie viel die Mitgliederverwaltung selbst erledigt.

Woran sich die Systeme tatsächlich unterscheiden

Ein Teil dessen, was unter der Überschrift läuft, findet ihr bei allen hier geprüften vertragsgeführten Systemen: Stammdaten pflegen, Verträge anlegen, per SEPA einziehen, mahnen, kündigen, Dokumente ablegen, Mitgliederzahlen auswerten. Darüber zu vergleichen bringt niemanden weiter.

Den ersten echten Unterschied habt ihr gerade gesehen, den Systemtyp. Neun weitere kommen jetzt, und sie eignen sich als Prüfliste für eure Demo-Termine.

Eine Anmerkung vorweg, damit ihr die folgenden Abschnitte richtig lest: Anbieter mit öffentlichem Handbuch oder Helpdesk kommen hier häufiger und detaillierter vor als andere. Magicline und OptiOffice dokumentieren ihre Vertragslogik öffentlich, und das hat uns bei der Recherche enorm geholfen. Wo wir weniger schreiben, konnten wir weniger nachlesen. Über den Funktionsumfang der übrigen Systeme sagt das nichts.

Ruhezeiten: wo aus einer Klickfrage eine Vertragsfrage wird

Ein Mitglied geht für drei Monate ins Ausland und will den Vertrag ruhen lassen. Was die Software daraus macht, unterscheidet sich erheblich. Bei manchen Anbietern gibt es schlicht ein Feld „Ruhezeit anlegen“. OptiOffice verlangt beim Eintragen eine Entscheidung: Verschiebt sich nur das Vertragsende, oder Kündigungsfrist und Vertragsende gemeinsam? Das Fälligkeitsdatum wandert erst an dem Tag, an dem die Ruhezeit greift, die Mitgliedschaft steht währenddessen auf pausiert und läuft danach automatisch wieder in den Lastschriftlauf. Eine Ruhezeitgebühr hinterlegt ihr als Zusatzleistung. Magicline behandelt die Ruhezeit als eigenes Regelwerk mit Konfiguration, Beitragsberechnung, dynamischen und zeitbasierten Ruhezeitbeiträgen sowie Sonderfällen für Jahreszahler.

Warum diese Wahlmöglichkeit mehr ist als Komfort, erklärt der Helpdesk von OptiOffice selbst: Einen gesetzlichen Anspruch auf eine Ruhezeit gibt es nicht. Der Studiovertrag ist ein Dauerschuldverhältnis, und ob während der Ruhezeit weiter gezahlt wird, ob stattdessen Trainingsguthaben aufgebaut wird und ob dieses Guthaben direkt an die laufende Erstlaufzeit oder erst ans Vertragsende angehängt wird, entscheidet darüber, wann euer Mitglied kündigen kann.

Frage an den Anbieter: Kann ich beim Anlegen einer Ruhezeit wählen, ob sich nur das Vertragsende oder auch die Kündigungsfrist verschiebt? Und lässt sich eine Ruhezeit rückwirkend eintragen, wenn das Attest erst später eintrifft?

Alt- und Neuverträge nebeneinander führen

Am 1. März 2022 hat sich § 309 Nummer 9 BGB geändert. Für Verträge ab diesem Tag gilt: Eine Bindung über zwei Jahre hinaus ist unwirksam, eine stillschweigende Verlängerung nur noch dann zulässig, wenn sie auf unbestimmte Zeit läuft und das Mitglied jederzeit mit höchstens einem Monat Frist kündigen kann. Und die Kündigungsfrist vor Ablauf der Erstlaufzeit darf ebenfalls höchstens einen Monat betragen. Die früher üblichen drei Monate und die automatische Verlängerung um weitere zwölf Monate sind für Neuverträge damit vom Tisch.

Der Punkt, der für die Softwareauswahl zählt, steht in der Übergangsvorschrift. Nach Artikel 229 § 60 EGBGB gilt für Schuldverhältnisse, die vor dem 1. März 2022 entstanden sind, weiterhin die alte Fassung. In eurem Bestand liegen also zwei Vertragswelten nebeneinander, und zwar so lange, bis der letzte Altvertrag ausgelaufen ist: die einen verlängern sich nach der damals üblichen Klausel um ein Jahr mit dreimonatiger Kündigungsfrist, die anderen laufen unbefristet weiter und sind jederzeit mit höchstens einem Monat Frist kündbar.

Systeme, die Verlängerungs- und Kündigungsregeln je Tarif hinterlegen, führen beide Vertragswelten in einem Bestand. Ob euer Wunschsystem das kann, ist die entscheidende Frage.

Frage an den Anbieter: Kann ich je Tarif unterschiedliche Verlängerungs- und Kündigungsregeln hinterlegen, und rechnet das System bestehende Verträge nach den Regeln weiter, die bei Abschluss galten?

Der gesetzliche Kündigungsbutton

Seit dem 1. Juli 2022 gilt § 312k BGB. Wer Dauerschuldverhältnisse online abschließen lässt, muss die Kündigung auch online ermöglichen; die Beschriftung ist gesetzlich vorgegeben und muss „Verträge hier kündigen“ lauten oder eine entsprechend eindeutige Formulierung tragen.

Der Satz, der die Sache ernst macht, steht in Absatz 6 derselben Vorschrift: Fehlen Schaltfläche und Bestätigungsseite, kann das Mitglied den Vertrag „jederzeit und ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist“ kündigen. Aus einer Formalie wird damit ein Risiko für jeden laufenden Laufzeitvertrag in eurem Bestand.

Anders als bei der Verlängerungsregel gibt es hier keine Schonfrist für den Bestand: Dieselbe Übergangsvorschrift stellt ausdrücklich klar, dass die Pflichten aus § 312k auch für Schuldverhältnisse gelten, die vor dem Stichtag entstanden sind. Der Button muss also auch Mitgliedern offenstehen, deren Vertrag vor dem Stichtag zustande kam.

In den Software-Ranglisten, die wir für diesen Artikel durchgegangen sind, kommt der Punkt an keiner Stelle vor. Magicline dokumentiert die Umsetzung ausführlich und ermöglicht die Kündigung ausdrücklich auch ohne registrierten Benutzeraccount, mit Identifizierung über Name, Geburtsdatum und Mitgliedsnummer oder auf einem Weg ohne Mitgliedsnummer. OptiOffice stellt ein Formular bereit, das ihr auf eurer Website verlinkt; das kündigende Mitglied bekommt die vorläufige Bestätigung als Download und per Mail, die ihr anschließend prüft. Bei den international vertriebenen Systemen war dazu im September 2026 auf den geprüften Seiten nichts ausgewiesen, auch nicht unter der jeweiligen deutschen Adresse.

Frage an den Anbieter: Wo genau sitzt die Kündigungsschaltfläche, funktioniert sie ohne Mitgliedsnummer, und landet die Kündigung automatisch in der Mitgliederakte?

Mahnstufe und Drehkreuz: wo Zahlung und Zutritt zusammenhängen

Eine Lastschrift kommt zurück. Von da an hängen der offene Betrag, die Mahnstufe des Mitglieds und die Frage zusammen, ob es morgen früh noch durchs Drehkreuz kommt. Was die Systeme hier trennt, ist die Verbindung des Mahnwesens mit der Zugangskontrolle.

CITO sperrt Mitglieder bei einer Rücklastschrift entsprechend ihrer Mahnstufe, wahlweise automatisch oder manuell. Magicline führt Mahnstufe, Zugriffssperre und Inkassostopp als gemeinsam änderbaren Vorgang.

Bei der Demo lohnt sich hier ein genauer Blick, denn eine automatische Sperre ist zweischneidig. Sie nimmt euch Arbeit ab, trifft das Mitglied aber ohne Vorwarnung am Eingang. Frage an den Anbieter: Ab welcher Mahnstufe wird gesperrt, kann ich einzelne Mitglieder von der Automatik ausnehmen, und sieht die Aushilfe am Tresen den Grund oder nur den Status?

Wenn viele Mitglieder gleichzeitig betroffen sind

Die Beiträge steigen zum Jahreswechsel. Ein Standort schließt zwei Wochen wegen Umbau, und für die betroffenen Mitglieder soll so lange kein Beitrag eingezogen werden. Oder die Mehrwertsteuer ändert sich. Solche Vorgänge treffen immer einen ganzen Bestand auf einmal.

Ein frei konfigurierbares Werkzeug für beliebige Feldänderungen dokumentiert unter den geprüften Anbietern nur Magicline. Die Mehrfachbearbeitung ändert definierte Felder an vielen Mitgliederdatensätzen in einem Vorgang. Die betroffene Gruppe bestimmt ihr über eine vorher gebaute Mitgliederliste, über Kundennummern aus einer Excel-Datei oder über alle Mitglieder, bei Bedarf eingeschränkt auf einzelne Studios. Möglich sind unter anderem Beitragsanpassungen, ein Inkasso- und Mahnstopp mit Enddatum, Änderungen der Mahnstufe, Ruhezeiten und außerordentliche Kündigungen. Vor dem Ausführen gibt es eine Vorschau. CenterCom automatisiert immerhin die Beitragsanpassungen im Backoffice.

Je größer euer Bestand, desto mehr Gewicht hat dieser Punkt. Eine Beitragsanpassung über vierstellige Mitgliederzahlen einzeln zu klicken, ist keine Fleißaufgabe mehr.

Was das Mitglied selbst erledigen darf

Self-Service ist keine Ja-Nein-Frage. Was ein Mitglied selbst darf, lässt sich in sechs Punkte zerlegen, und die Systeme decken davon unterschiedliche Kombinationen ab:

  • eigene Daten ansehen
  • eigene Kontaktdaten ändern
  • die Bankverbindung ändern
  • Rechnungen und offene Posten einsehen, Guthaben aufladen, zahlen
  • einen Vertrag abschließen oder upgraden
  • Dokumente hochladen, etwa ein Attest oder eine Kündigung

Alle sechs Punkte deckt in unserer Recherche der ClubConnector von CenterCom ab. Proleos erfüllt vier davon inklusive Dokumenten-Upload; Bankverbindung und Vertragsabschluss sind dort nicht ausgewiesen. Virtuagym nennt drei: Daten aktualisieren, Rechnungen einsehen und zahlen. OptiOffice arbeitet mit einem Kundencenter samt Login, medo.core mit der medo.coach App, ohne den Umfang je Stufe aufzuschlüsseln. Bei agilea reicht der Self-Service bis zum Vertragsupgrade, ist dort aber ein Zusatzmodul und nicht Teil des Grundpakets. PerfectGym nennt ein Portal ohne Umfangsangabe.

Zum Punkt „Bankverbindung ändern“ fanden wir die wenigsten Angaben. Er spart am Tresen Rückfragen, weil eine geänderte Bankverbindung sonst immer über euer Personal läuft.

Wie das Geld hereinkommt und zur Buchhaltung weitergeht

Beim Beitragseinzug gibt es verschiedene Bauweisen, und der Unterschied kostet euch entweder Zeit oder Gebühren.

Die schlankste Variante erzeugt eine SEPA-XML-Datei, die ihr selbst ins Online-Banking hochladet. Das ist bei medo.core als Alternative vorgesehen und funktioniert zuverlässig, verlangt aber jeden Monat einen Handgriff. Einen Schritt weiter geht CITO: Das eingebaute Modul windata versendet die Lastschriften direkt und holt Last- und Rücklastschriften zurück in die Software, ohne dass ihr Dateien exportiert oder importiert. Am tiefsten reicht Proleos mit einer EBICS-Anbindung an europäische Banken, Mehrkontenverwaltung, frei wählbaren festen Einzugsterminen und automatisiertem Dateitransport zur Partnerbank.

Daneben steht der Weg über einen Zahlungsdienstleister. medo.core setzt dafür auf Stripe und ermöglicht damit Kreditkarte sowie Bezahllinks über Apple Pay, Google Pay und PayPal. Für Mitglieder ist das bequem, für euch kommt eine Transaktionsgebühr je Zahlung dazu. Frage an den Anbieter: Wie hoch ist die Gebühr je Lastschrift und je Kartenzahlung, und wer trägt sie bei einer Rückbuchung?

Ein zweiter Punkt hängt daran: die Übergabe an die Buchhaltung. medo.core und sysTeam nennen jeweils eine DATEV-Anbindung, medo.core zusätzlich die GoBD-konforme Archivierung über DATEV Unternehmen online. Wenn euer Steuerbüro mit DATEV arbeitet, spart das jeden Monat eine Übergabe per Hand.

Mehrere Standorte, und was beim Wechsel eines Mitglieds passiert

Sobald ihr einen zweiten Betrieb aufmacht, kommt eine Frage dazu, die im Einzelstudio keine Rolle spielt: Was passiert, wenn ein Mitglied umzieht und im anderen Studio trainieren will?

Magicline beschreibt das als eigenen Vorgang mit klaren Bedingungen. Quell- und Zielstudio müssen derselben Betriebsgesellschaft angehören, Studiowährung, Steuerregion, Brutto- oder Nettodarstellung und der Rabatt-Erstellungsmodus müssen übereinstimmen, das Mitglied darf nicht im Inkasso sein und keiner Gruppe ohne Enddatum angehören. Ein Wechsel ist einzeln oder per Mehrfachbearbeitung möglich, Forderungen wandern zum gewählten Stichtag mit. Sperrig, aber brauchbar: Ihr wisst vorher, wo die Grenzen liegen.

Die übrigen Anbieter beantworten die Wechselfrage nicht so ausdrücklich, nennen aber Mehrstandortfähigkeit: CenterCom arbeitet standortübergreifend in der Cloud und wertet Statistiken über mehrere Betriebe aus. medo.core führt eine Standortverwaltung mit abgestuften Zugriffsrechten. sysTeam adressiert Clubs und Ketten. PerfectGym ist ganz auf Standortnetze ausgerichtet.

Woran der Preis hängt, wenn ihr wachst

Zu den meisten Anbietern steht auf unserer Startseite eine Preisspanne, bei fünf von ihnen nur „auf Anfrage“. Für die Mitgliederverwaltung ist ohnehin eine andere Frage die wichtigere: Woran hängt der Preis, wenn ihr wachst? Da laufen die Modelle deutlich auseinander, und der Unterschied wird erst über die Jahre sichtbar.

Es gibt im Wesentlichen vier Treiber. Wo die Lizenz nach der Mitgliederzahl gestaffelt ist, wächst sie mit dem Bestand; CITO wirbt ausdrücklich damit, den Preis nicht danach zu staffeln. Wird je Standort gerechnet, fällt das für ein großes Einzelstudio günstig und für fünf kleine teuer aus. Auf den geprüften Websites standen beide Angaben meist nicht, fragt also gezielt danach. Dann der Modulschnitt. Bei agilea sind Mitgliederverwaltung, Beitragsabrechnung, Check-in, Reports und Benutzermanagement Grundfunktionen, während Kassensystem, Self-Service, digitaler Vertragsabschluss, SMS und die MemberMap als Zusatzmodule dazukommen. medo.core hält die Mitgliederverwaltung in jeder Lizenz und legt Abrechnung, Terminplanung, Zugangskontrolle, Team-Management, Trainingssteuerung und Diagnostik als eigene Module daneben. CITO wirbt umgekehrt mit einem Fixpreis, der nicht nach Mitgliederzahl gestaffelt ist; ein wachsender Bestand verteuert die Lizenz dort also nicht, und das Kassensystem ist dort ein optionales Modul.

Leicht übersehen wird der letzte Treiber, den es nur bei den Marktplatz-Modellen gibt. Eversports berechnet für Neukunden, die über die eigene Endkundenplattform kommen, eine Vermittlungsgebühr je Buchung, gedeckelt pro Person; sobald jemand Stammkunde ist, entfällt sie. Das ist ein Anteil am Umsatz mit neuen Mitgliedern und läuft neben der Lizenz. Ob sich das lohnt, hängt an eurem Vertragswert und daran, was euch ein Neukunde über andere Kanäle kostet.

Rechnet Angebote deshalb mit dem Bestand durch, den ihr in drei Jahren erwartet, und mit den Modulen, die ihr dann tatsächlich einsetzt.

Selbst verwalten oder auslagern?

Es gibt noch eine zweite Frage: ob ihr die Mitgliederverwaltung überhaupt selbst machen wollt. sysTeam und aidoo übernehmen sie auf Wunsch komplett.

sysTeam nennt das die Mitgliederzentrale. Dort werden Mitgliedschaften, Ruhezeiten und Kündigungen bearbeitet, eure Mitglieder erreichen eine Hotline, der Lastschrifteinzug läuft, offene Beträge werden angemahnt und fristgerecht ans Inkasso übergeben.

Bei aidoo heißt es Mitgliedermanagement und ist ähnlich aufgebaut: spezialisierte Hotline-Mitarbeiter, ein fester Ansprechpartner pro Studio, Telefonnummern mit örtlicher Vorwahl, Stammdatenpflege, Hinterlegen der Bankverbindung, Mandats- und Dokumentenmanagement sowie Einzüge und abgestimmtes Mahnwesen.

Interessant ist die Begründung, die aidoo dafür gibt. Sie argumentieren mit professioneller Distanz: Wer die Beitragsgespräche und Mahnungen aus dem Studio heraushält, muss auf der Trainingsfläche nicht mit denselben Leuten über Geld diskutieren. Das ist ein Argument, das mit der Software nichts zu tun hat und trotzdem für manche Betriebe den Ausschlag geben dürfte. Umgekehrt gebt ihr damit den direkten Draht zu euren Mitgliedern in einem heiklen Moment aus der Hand. Was der Service kostet, war im September 2026 auf keiner der beiden Seiten ausgewiesen; beide erstellen ein individuelles Angebot.

Mitgliederverwaltung und CRM: was der Unterschied für euch bedeutet

Viele Anbieter nennen ihre Mitgliederverwaltung inzwischen CRM. Die Begriffe überschneiden sich, meinen aber unterschiedliche Blickrichtungen. Die Mitgliederverwaltung kümmert sich um Menschen, die bereits einen Vertrag haben: Laufzeit, Beitrag, Anwesenheit, Kommunikation. Ein CRM beginnt früher, beim Interessenten, und begleitet ihn bis zum Abschluss.

In der Praxis liegt beides im selben System, unterschiedlich stark ausgebaut. OptiOffice führt ein Leadsystem mit erweitertem Leadmanagement, Mail-Automation und Kontaktformularen, aus denen Leads direkt einlaufen. medo.core dokumentiert Aktivitäten mit Interessenten in der Aktivitätenhistorie und segmentiert sie über frei wählbare Kriterien.

Wenn ihr aktiv Vertrieb macht, reicht die Frage nach dem CRM allerdings nicht. Erkundigt euch nach den Punkten, an denen sich eine Vertriebsmannschaft steuern lässt: Leadquelle, Probetrainingstermin mit Nachfassen bei Nichterscheinen, Abschlussquote je Berater und Wiedervorlage. Danach fragt in einer Demo niemand von selbst, und in den Produktbeschreibungen steht dazu deutlich weniger als zur Mitgliederakte.

Welche Fitnessstudio Software hat welche Mitgliederverwaltung?

Hier stehen die Anbieter dieses Portals alphabetisch, geprüft an den Punkten aus „Woran sich die Systeme tatsächlich unterscheiden“. Die Angaben stammen von den Herstellerseiten und aus deren öffentlichen Handbüchern, bei medo.core und CITO zusätzlich aus den Antworten der Anbieter auf unseren Fragenkatalog. Es sind Herstellerangaben, die wir so wiedergeben, wie sie uns vorliegen. Wo ein Kriterium aus dem vorigen Kapitel bei einem Anbieter nicht auftaucht, haben wir dazu keine öffentliche Angabe gefunden. Das ist kein Urteil über den Funktionsumfang.

agilea

agilea aus dem Technologiezentrum Dortmund ist eine Cloudlösung mit klar gezogener Linie zwischen Grundpaket und Zusatzmodulen. Enthalten sind Mitgliederverwaltung mit Stammdaten und Verträgen, Beitragsabrechnung, Check-in über RFID oder QR-Code, Reports und ein Benutzermanagement, das jeder Rolle eigene Rechte gibt. Der Anbieter nennt als Beispiele Azubi, Clubleiter und Steuerberater, denkt externe Zugriffe also mit.

Beim Modulschnitt liegt agilea gegen den Trend: Self-Service und digitaler Vertragsabschluss gehören hier zu den Zusatzmodulen. Wer den Tresen entlasten will, rechnet sie also mit ein. Dasselbe gilt für das in den Check-in integrierte Kassensystem und das SMS-Modul, das ausdrücklich auch Mahnungen verschickt. Unter den geprüften Anbietern ist uns nichts Vergleichbares zur MemberMap begegnet: Sie macht das geografische Nutzungsverhalten sichtbar und zeigt, in welchen Einzugsgebieten sich lokales Marketing lohnt.

aidoo

Der Reiz von aidoo liegt weniger in der Software als im Betriebsmodell drumherum. Zur Lösung gehören Software, Hardware, Onlinewelt und Apps, und wer will, gibt den Verwaltungsteil ganz ab: Beim Mitgliedermanagement übernehmen Hotline-Mitarbeiter mit örtlicher Vorwahl Stammdatenpflege, Bankverbindungen, Mandats- und Dokumentenmanagement, Einzüge und Mahnwesen, mit einem festen Ansprechpartner je Studio.

In der Software selbst lassen sich Zusatzleistungen wie Kurse oder Wellnessangebote einzelnen Verträgen zuordnen und in der Nutzung steuern, was für Mischbetriebe mit Kursprogramm der interessante Punkt ist. Zu Ruhezeitlogik, Kündigungsschaltfläche und Massenbearbeitung macht die Website keine Angaben (Stand September 2026); wer darauf angewiesen ist, klärt es vorab.

AppyBee

AppyBee denkt die Mitgliederverwaltung vom Zutritt her. Der Schwerpunkt liegt auf einer vollautomatisierten Zugangskontrolle, die auch außerhalb der Betreuungszeiten funktioniert, damit ein Studio rund um die Uhr geöffnet sein kann, ohne durchgehend Personal vorzuhalten. Die Mitgliedschaft gibt es als Tageskarte, als Mehrfach- beziehungsweise Zehnerkarte und als fortlaufendes Abonnement.

Der Self-Service läuft über eine App im Design des Studios, in der Mitglieder ihre Mitgliedschaft verwalten, Kurse planen und Zahlungen regeln. Dazu kommt ein Widget, über das sich Interessenten direkt auf eurer eigenen Website registrieren und buchen. Zu den vertragsnahen Punkten dieses Artikels, also Ruhezeit, Kündigungsschaltfläche und Mahnstufen, war auf den geprüften Seiten im September 2026 nichts ausgewiesen. Für ein Abo-Modell mit Zutrittssteuerung ist das stimmig, für Laufzeitverträge deutscher Prägung solltet ihr nachfragen.

CenterCom

Dass CenterCom mit dem ClubConnector alle sechs Self-Service-Stufen erreicht, steht oben. Weniger bekannt ist, wie weit ihr die App steuern könnt: Welche Funktionen ein Mitglied überhaupt sieht, legt ihr pro Studio fest, Layout und Farben passt ihr ans eigene Branding an, und die App speichert nach Anbieterangabe keine Daten auf dem Smartphone. Bemerkenswert ist außerdem, dass die App nicht an das eigene Backoffice gebunden ist: Laut Anbieter bestehen Schnittstellen zu CenterCom, zur sysTeam Business & Management Software und zu Konsequent Software.

Im Backoffice laufen automatisiertes Mahnwesen, automatisierter Lastschrifteinzug und automatische Beitragsanpassungen zusammen, dazu ein digitales Archiv für Mitgliedsverträge und ein digitaler Posteingang. Mehrere Standorte arbeiten in der Cloud zusammen, Statistiken lassen sich standortübergreifend auswerten. Für den Verkauf gibt es den Sales Manager mit papierlosem Vertragsabschluss auf dem Tablet, digitaler Unterschrift, konfigurierbarem Fragebogen und automatischer Vertragskopie per Mail.

CITO

CITO von Solutions4Gym stellt schon auf der Startseite klar, keine Cloudlösung zu sein. Unter den geprüften Anbietern macht nur dieser Hersteller die Cloud-Frage von sich aus zur Positionierung. Die Hauptanwendung läuft als Client/Server-Software unter Windows im Studio, ergänzt um Online-Komponenten für Studio-App und Onlinebuchungen. Begründet wird das mit der Stabilität beim Check-in und an der Kasse.

Bei der Mahnstufen-Sperre und beim Bankverkehr über windata ist CITO oben schon aufgefallen; beides gehört zu den Punkten, an denen sich das System von der Cloud-Konkurrenz absetzt. Die Mitgliederzahl ist nicht begrenzt und treibt den Preis nicht, das Vertragsmanagement umfasst Mehrfachkarten wie Zehner- oder Monatskarten, dazu kommt ein Dokumentenmanagement. Der Anbieter richtet sich ausdrücklich an Einzelstudios sowie kleine und mittlere Anlagen und nennt sehr große Ketten nicht als Fokus.

EasyWeek

EasyWeek ist ein branchenübergreifendes Buchungssystem, und der Anbieter macht daraus kein Geheimnis: Auf der eigenen Startseite stehen Beispiele aus Kosmetik, Zahnmedizin und Nagelstudios, Fitness ist einer von vielen Einsatzbereichen. Im Kern geht es um Echtzeitbuchung, automatische Erinnerungen und Online-Zahlungen.

Zur Mitgliederseite lagen uns nur ältere eigene Rechercheangaben vor (Mitgliedschaftsarten mit eigenen Laufzeiten, automatische Verlängerungen, Benachrichtigungen vor Ablauf); die deutschsprachigen Produktseiten waren im September 2026 nicht erreichbar, sodass wir sie nicht gegenprüfen konnten. Wer ein schlankes Buchungssystem mit angeschlossener Kundenverwaltung sucht und mit einer generalistischen Lösung arbeiten kann, ist hier richtig. Ruhezeiten, Mahnstufen und die Kündigungsschaltfläche gehören auf die Frageliste fürs erste Gespräch.

Eversports Manager

Der Eversports Manager ist auf Kursbetriebe und Sportanlagen zugeschnitten und führt dafür eigene Einstiege: Yoga, Pilates samt Reformer, Boutique-Fitness, Personal Training, Kampfsport und Tanz, dazu Fußball-, Padel-, Tennis- und Badmintonanlagen. Verwaltet werden Mitgliedschaftsmodelle mit Laufzeiten und automatischen Verlängerungen sowie die Segmentierung in Kundengruppen.

Das Besondere liegt im Geschäftsmodell. Eversports betreibt neben der Studiosoftware eine Endkundenplattform, über die Sportsuchende Angebote finden und direkt buchen. Für Neukunden aus diesem Kanal fällt die weiter oben unter „Woran der Preis hängt“ beschriebene Vermittlungsgebühr an. Damit verschiebt sich die Rechnung, denn ihr kauft mit der Verwaltung zugleich einen Vertriebsweg. Für ein Studio mit vollem Bestand ist der Kanal weniger wert als für einen Kursbetrieb, der von Laufkundschaft und Probestunden lebt.

Kursifant

Kursifant hat eine ungewöhnlich klare Ansage: Schluss mit dem WhatsApp-Chaos. Der Anbieter beschreibt genau den Alltag kleiner Kursanbieter, in dem Absagen, Umbuchungen und Nachfragen über den Messenger laufen und am Ende niemand mehr weiß, wer kommt und wer bezahlt hat.

Die Antwort darauf besteht aus Selbstbuchung und Selbststornierung durch die Teilnehmer per App oder Website, Bezahlung direkt bei der Buchung, automatisch nachrückenden Wartelisten und einer Übersicht darüber, wer kommt, wer gezahlt hat und wie viele Plätze frei sind. Abgerechnet wird über Abos, Einzelbuchungen sowie Guthaben- und Zehnerkarten, die den Papierstempelkarten den Rang ablaufen sollen. Vertragslaufzeit, Ruhezeit und Mahnstufe kommen auf der Website nicht vor (Stand September 2026). Gedacht ist das Ganze für Yogalehrerinnen, Gesundheitskursanbieter und Hundeschulen.

Magicline

Magicline ist der Anbieter, dessen Vertragslogik sich am gründlichsten nachlesen lässt, und er liefert zu mehr als der Hälfte der Kriterien dieses Artikels dokumentiertes Material: Mehrfachbearbeitung für große Bestände, Beitragsanpassungsregeln auf Tarif- und Mitgliedsebene, Studiowechsel zwischen Betrieben derselben Gesellschaft, ein eigenes Regelwerk für Ruhezeiten samt Ruhezeitbeiträgen und die dokumentierte Kündigungsschaltfläche nach § 312k BGB.

Dazu kommen Mitgliedergruppen mit Gruppengrößen, Rabattstaffeln und Tariffreigaben sowie dynamische Mitgliederlisten, die sich nach Kriterien wie Mitgliedsstatus oder Vertragsbeginn selbst aktualisieren. In der Summe heißt das: Magicline ist auf Menge ausgelegt. In einem kleinen Studio bleibt der größte Teil dieser Werkzeuge ungenutzt, in einem Betrieb mit mehreren Standorten und vierstelligem Bestand entscheiden sie über den Verwaltungsaufwand.

medo.core

Bei medo.core liegt der Unterschied im Zuschnitt: Die Mitgliederverwaltung gehört zu jeder Lizenz, alles andere hängt als Modul daran. In der zentralen Mitgliederakte liegen Verträge, Gesundheitsdaten, Trainingspläne, Dokumente und Kommunikationsverläufe mit chronologischer Aktivitätenhistorie. Segmentiert wird nach frei wählbaren Kriterien bis hin zum Gesundheitsstatus, Ketten bekommen eine Standortverwaltung mit differenzierten Zugriffsrechten.

Die Beitragsseite steckt im Modul payments: Rechnungen als PDF auf eigenem Briefpapier mit konfigurierbaren Steuersätzen, Einzel- oder Sammelabrechnung über Filter, SEPA-Lastschrift, Stripe für Kartenzahlung im Netz, alternativ XML-Export fürs eigene Banking, dazu Rechnungsexport und automatische Übermittlung an DATEV Unternehmen online. Für Guthaben auf dem Mitgliedskonto gibt es ein eigenes System, aus dem heraus Kontingentkarten abgerechnet werden.

Mindbody

Mindbody kombiniert Studiosoftware mit einer großen Endkundenplattform für Fitness-, Beauty- und Wellnessangebote und legt den Schwerpunkt auf die Zahlungsabwicklung. Aus unserer früheren Recherche liegen uns Familienkonten vor, die mehrere Personen unter einem Konto zusammenfassen; auf den aktuellen Produktseiten haben wir das nicht wiedergefunden.

Für den deutschen Markt bleiben zwei Punkte offen. Die Produktseiten waren im September 2026 auch unter der deutschen Adresse englischsprachig, und zu Ruhezeitlogik, Verlängerungsregeln nach § 309 Nummer 9 BGB und Kündigungsschaltfläche fanden sich dort keine Angaben. Die Vertragsthemen gehören deshalb ins Verkaufsgespräch, ebenso die Frage nach deutschsprachigem Support.

OptiOffice

OptiOffice ist neben Magicline der zweite Anbieter, der seine Vertragslogik öffentlich dokumentiert, und geht dabei einen Schritt weiter: Der Helpdesk erklärt neben dem Klickweg auch die rechtliche Seite, etwa was eine Ruhezeit mit Kündigungsfrist und Vertragsende macht und warum das von der Vereinbarung abhängt. Die gesetzliche Kündigungsschaltfläche ist umgesetzt, inklusive vorläufiger Bestätigung per Download und Mail.

Rund um die Mitgliederakte gibt es ein Kundencenter mit Login, eine Kunden- und Trainer-App, ein Check-in-System mit Magnet- oder Chipkarte, Code oder QR-Scan sowie ein Leadsystem mit Mail-Automation. Auffällig ist die Zielgruppenbreite: Der Anbieter adressiert Fitnessstudios, Personal Trainer und Therapeuten gleichermaßen, was sich in Funktionen wie Anamnese- und Check-up-Listen niederschlägt.

PerfectGym

PerfectGym ist von der Anlage her auf Standortnetze und wachsende Unternehmen zugeschnitten. Der Anbieter wirbt damit, alle Standorte über eine Plattform zu steuern, Abläufe zu automatisieren und bei Expansion in neue Märkte mitzuwachsen; dazu kommen Analysen zum Mitgliederverhalten und ein breites Integrations-Ökosystem.

Beim Self-Service nennt PerfectGym ein Portal und eine App, ohne den Umfang aufzuschlüsseln. Zu den deutschen Vertragsthemen dieses Artikels finden sich keine Angaben, und die Inhalte waren im September 2026 auch unter der deutschen Adresse englischsprachig. Für ein Einzelstudio ist der Zuschnitt groß. Fragt gezielt nach, wie sich der Preis bei nur einem Standort darstellt. Wer dagegen mehrere Länder bespielt, findet hier eine der wenigen Lösungen im Vergleich, die genau dafür gebaut ist.

Proleos

Proleos kommt von der HMM Deutschland GmbH, die im Studio- und Mitgliederbereich mit der Pronummus GmbH zusammenarbeitet. Beim Zahlungsverkehr reicht das System am tiefsten von allen hier geprüften, wie oben beschrieben. Für einen Betrieb, der mit mehreren Konten und festen Liquiditätsterminen arbeitet, ist das ein Argument, das kein anderer Anbieter im Vergleich so beantwortet.

Bei der Vertragsverwaltung sind zwei Punkte über den Standard hinaus ausgewiesen: Ruhezeiten und eine Memberhistory, die Termine und Notizen zum Mitglied chronologisch mitführt. Der Self-Service über die Endkunden-App umfasst unter anderem den Dokumenten-Upload. Und weil Proleos Physiotherapie mit GKV- und PKV-Abrechnung, Rehasport und Mitgliederbereich aus einer Software führt, ist es für Einrichtungen interessant, die Studiobetrieb und Therapie unter einem Dach haben.

Sportmeo

Sportmeo deckt ein breites Feld ab und nennt Sportvereine, Tanzschulen, Fitnessstudios, Poledance-Studios, Hundeschulen, Rehapraxen und Yogastudios als Nutzer. Der Schwerpunkt liegt auf Kurs-, Termin- und Platzbuchung samt Trainer- und Mitgliederverwaltung, Mitglieder und Interessenten melden sich selbst an.

Für die Mitgliederseite bemerkenswert ist der Login: Er funktioniert als Single Sign-On über einen vereins- und studioübergreifenden Account, auch mit bestehenden Google-, Apple- oder Facebook-Konten. Ein Mitglied, das in mehreren Einrichtungen trainiert, braucht damit nur ein Konto. Für einen Betrieb, dessen Verwaltungsaufwand vor allem aus Kursanmeldungen besteht, ist das eine schlüssige Kombination; die Vertragsthemen dieses Artikels spielen dort naturgemäß eine kleinere Rolle.

sysTeam

sysTeam aus Dortmund gliedert seine Software in Module. Der Back Office Manager trägt die Mitgliederverwaltung für Einzelclubs und Ketten, führt eine digitale Mitgliederakte für das papierlose Büro, liefert Mitglieder-Reports für Marketing und Controlling und wickelt Beitrags- und Forderungsmanagement nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung ab, mit Übergabe an DATEV und ans Steuerbüro. Onlineverträge laufen über den Sales Manager.

Die Besonderheit ist die Mitgliederzentrale, mit der sich der gesamte Verwaltungsteil abgeben lässt. Beim Self-Service setzt sysTeam nicht auf eine eigene Lösung allein: Die App ClubConnector stammt von CenterCom, ist laut deren Anbieter aber auch an die sysTeam Business & Management Software angebunden. Wer beide Wege kombiniert, kann die Verwaltung abgeben und den Mitgliedern trotzdem eine App geben.

Trainerize

Trainerize versteht sich als Coaching-Plattform, und das prägt auch die Mitgliederseite: Im Vordergrund stehen Trainings-, Ernährungs- und Gewohnheits-Coaching, In-App-Nachrichten zwischen Trainer und Kunde, Fortschritts-Tracking und die Auslieferung von Programmen, online wie vor Ort.

Zur deutschen Vertragsmechanik aus Laufzeit, Ruhezeit und Mahnstufe machte die Website im September 2026 keine Angaben, und die Software ist englischsprachig. Damit beantwortet Trainerize eine andere Frage als die übrigen Systeme. Die Kommunikation mit dem Mitglied läuft über In-App-Nachrichten. Für Betriebe, deren Verwaltung im Wesentlichen aus Betreuungsbeziehungen besteht, ist das der passende Zuschnitt.

Virtuagym

Virtuagym ist cloudbasiert und deckt die Mitgliederseite breit ab: digitale Verträge, Online-Registrierung neuer Mitglieder, flexible Mitgliedschaftsmodelle inklusive Pay-as-you-go, ein Guthaben- und Kreditsystem für Zusatzleistungen sowie ein Self-Service-Portal, in dem Mitglieder ihre Daten aktualisieren, Rechnungen einsehen und zahlen.

Anders als die deutschen Anbieter mit eigenen Systemen setzt Virtuagym auf Integrationen: Zutrittsmedien wie QR-Code, Barcode und RFID werden über mehr als 25 angebundene Fremdsysteme gelesen und ins Mitgliedskonto zurückgemeldet. Wenn im Studio bereits Hardware steht, die ihr behalten wollt, lohnt hier ein Blick in die Integrationsliste. Eine deutschsprachige Produktseite ist vorhanden.

Zoho

Zoho ist im Vergleich ein Sonderfall. Was dort als Software für die Fitnessstudioverwaltung angeboten wird, ist eine App-Vorlage auf der Low-Code-Plattform Zoho Creator.

Die Vorlage deckt den Kundenzyklus von der Mitgliederanmeldung über Vertragsverlängerungen bis zur Zahlungsabwicklung ab, erlaubt die Einteilung in Profile nach Trainingszielen, Kurspräferenzen und Ernährungsplänen, führt Kurspläne per Drag-and-drop mit Trainerverfügbarkeit und Auslastungsanalyse und bietet ein Selbstbedienungsportal für Mitglieder. Getestet wird 15 Tage kostenlos. Alles, was in diesem Artikel unter Ruhezeitlogik, Verlängerungsregeln und Kündigungsschaltfläche steht, müsstet ihr euch dort selbst bauen. Das ist Aufwand, und es ist zugleich die einzige Lösung im Vergleich, die als Low-Code-Plattform angelegt ist. Die Vertragslogik schneidet ihr euch dort selbst zu.

Damit sind die Anbieter durch, die wir auf diesem Portal geprüft haben. Der Markt ist damit nicht vollständig abgebildet. Bei der Recherche sind uns weitere Namen begegnet, unter anderem Vierkant Software mit Memberbox, Studio-Manager, TIM, bsport, Wodify, WellnessLiving, SportsNow, ClubDesk und Konsequent Software. Die haben wir nicht im Detail angesehen. Wenn ihr eines dieser Systeme im Auge habt, nehmt die neun Punkte aus „Woran sich die Systeme tatsächlich unterscheiden“ als Frageliste mit ins Gespräch.

Beim Wechsel: was aus der alten Mitgliederverwaltung mitkommt

Die größte Hürde beim Softwarewechsel ist selten die neue Oberfläche. Es ist die Frage, was mit den vorhandenen Daten passiert. Mehrere Anbieter greifen das von sich aus auf: medo.check und Proleos haben dem Thema eigene Beiträge gewidmet, weil Studios den Wechsel genau daran aufschieben.

medo.check nennt in der eigenen Ankündigung drei Datenarten, an denen es hängt: Verträge, SEPA-Mandate und Termine. Beim Vertrag hängt an Laufzeit und Beitrag noch einiges mehr, nämlich bereits genommene Ruhezeiten, verschobene Vertragsenden, Mahnstufen, offene Posten und gewährte Rabatte. Bei den SEPA-Mandaten geht es um Rechtssicherheit: Die Zuordnung von Mandatsreferenz zu Mitglied muss den Umzug überstehen.

Ein vierter Punkt kommt dazu, den die Anbieter seltener nennen: das Zugangsmedium. Transpondernummer, Chipkarte oder QR-Code sind ein Feld in der Mitgliedsakte, und ob eure vorhandenen Transponder nach dem Wechsel weiter gültig sind, entscheidet sich daran, ob diese Nummern mitwandern. Bei mehreren hundert ausgegebenen Chips hängt daran, ob ihr sie behalten könnt. Magicline führt neben den Mitgliederzugangskarten auch Buddy-Karten für mitgebrachte Freunde, CITO und agilea arbeiten mit RFID-Readern, OptiOffice mit Magnet- und Chipkarte oder QR-Scan.

Wie die Anbieter mit der Übernahme umgehen, unterscheidet sich. medo.check hat im Juli 2026 ein eigenes Datenübernahme-Tool vorgestellt. Der vorhandene Export wird eingelesen, wie er ist, statt vorher in Excel-Vorlagen übertragen zu werden; was sich eindeutig ableiten lässt, übernimmt das System selbst, alles Übrige wird im Dialog geklärt. Vor dem Livegang läuft ein kompletter Probelauf, in dem jede Abbuchung sichtbar ist, bevor sie passiert. Der Ablauf insgesamt wird als Analyse, Datenmigration, Schulung und Parallelbetrieb beschrieben. CITO gibt an, beim Datenimport zu unterstützen.

Proleos hat dem Thema einen eigenen Ratgeber gewidmet und rät unter anderem dazu, den Wechsel schrittweise anzugehen und mit der Mitgliederverwaltung zu beginnen, eine Testphase vor der Umstellung einzuplanen und die Mitglieder rechtzeitig über geänderte Buchungsverfahren zu informieren. Der letzte Punkt wird gern unterschätzt. Eure Mitglieder merken einen Softwarewechsel spätestens dann, wenn die Buchungs-App eine andere ist oder die Abbuchung an einem anderen Tag kommt.

Fragt im Verkaufsgespräch konkret nach: Wer erstellt den Export aus dem Altsystem, und gibt der bisherige Anbieter ihn vollständig heraus? Werden Ruhezeiten, Mahnstufen und Zugangsmedien mit übernommen oder nur Stammdaten und laufende Beiträge? Gibt es einen Probelauf, bevor der erste echte Lastschriftlauf startet? Und wie lange laufen beide Systeme parallel, mit welchen Kosten?

Häufige Fragen zur Mitgliederverwaltung im Fitnessstudio

Welche Mitgliederverwaltungssoftware ist die beste für Fitnessstudios?

Eine allgemeingültige Antwort darauf gibt es nicht, weil die Systeme für unterschiedliche Betriebsformen gebaut sind. Führt die Auswahl stattdessen an drei Fragen entlang: Überwiegen bei euch Laufzeitverträge oder Kursbuchungen? Braucht ihr die deutschen Vertragsfunktionen wie Ruhezeitlogik, Verlängerungsregeln und Kündigungsschaltfläche? Und arbeitet ihr an einem Standort oder an mehreren? Aus diesen Antworten ergibt sich die engere Auswahl meist von selbst.

Wo kann ich Systeme zur Mitgliederverwaltung vergleichen?

Auf diesem Portal findet ihr zu jeder Software eine eigene Seite mit unserer Recherche; bei medo.core und CITO stehen dort zusätzlich die Antworten der Anbieter auf unseren Fragenkatalog. Die Gegenüberstellung entlang der Punkte, an denen sich die Systeme tatsächlich unterscheiden, steht weiter oben in diesem Artikel.

Was kostet eine Mitgliederverwaltung für ein Fitnessstudio?

Die Monatspreise der einzelnen Anbieter stehen auf unserer Startseite. Für die Auswahl wichtiger ist, woran der Preis hängt: an der Mitgliederzahl, an der Zahl der Standorte, an den gebuchten Modulen oder bei den Marktplatz-Modellen zusätzlich an einer Vermittlungsgebühr je Neukunde. Welcher dieser Treiber bei euch zuschlägt, hängt davon ab, wie ihr wachsen wollt.

Muss meine Studiosoftware den gesetzlichen Kündigungsbutton können?

Wenn ihr Verträge online abschließen lasst, ja. Die Pflicht aus § 312k BGB gilt seit dem 1. Juli 2022, und sie erstreckt sich ausdrücklich auch auf Verträge, die vorher geschlossen wurden. Prüft deshalb nicht nur, ob die Software eine Kündigungsschaltfläche mitbringt, sondern auch, ob sie für euren gesamten Bestand funktioniert und ob die eingehende Kündigung automatisch in der Mitgliederakte landet.

Fazit

Die Mitgliederverwaltung ist der Teil eurer Software, den ihr am seltensten wechselt und am häufigsten benutzt. Entsprechend lohnt es sich, die Auswahl an den Vorgängen auszurichten, die bei euch jede Woche anfallen. Eine Funktionsliste sagt darüber wenig. Welche Fitnessstudio Software insgesamt zu eurem Betrieb passt, hängt danach noch an ganz anderen Funktionen.

Führt ihr klassische Laufzeitverträge, sind die drei deutschen Vertragsthemen euer Filter. Damit fällt die Auswahl schnell auf eine Handvoll Systeme. Wachst ihr über mehrere Standorte, entscheidet die Frage, was bei einem Mitgliederwechsel zwischen den Betrieben passiert. Kursbetriebe brauchen von alldem wenig und fahren mit einem Buchungssystem schneller. Und wer knapp besetzt ist, sollte den Self-Service zur Bedingung machen, weil dort jede Aufgabe zählt, die nicht am Tresen landet.

Wenn ihr noch nicht wisst, welche Richtung für euren Betrieb die richtige ist, beantwortet unseren Schnell-Check: vier Fragen, danach schlagen wir euch passende Anbieter vor.

Und falls ihr eine dieser Softwares selbst im Einsatz habt: Auf unserer Seite Erfahrungen aus der Community ist bislang keine einzige Bewertung eingegangen. Eure wäre die erste, und sie hilft den Studios, die in ein paar Monaten vor derselben Entscheidung stehen.